Fast jeder hat sicher wenigstens einmal ein Social Game gespielt (z.B. Farmville), wohl auf Facebook. In Japan, wo salonfähiges Nerdtum nicht nur eine Modeerscheinung ist, sondern Alltag, sind diese Games extrem beliebt.
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Japan ist schon immer die vorderste Front in Sachen Spieleentwicklung und -innovation. Letztes Jahr schaffte es eine handvoll Firmen, in den dort geradezu explodierenden mobilen Social Networks, je über 100 Mio USD an Einkünften zu erwirtschaften – mit dem Verkauf von virtuellen Gegenständen in Social Games.

Am Freitag auf der fmx berichtete David Collier, CEO von Pikkle, einem Social Game Publisher in Tokio aus der Welt aktueller populärer Spiele.

Japan + Social = Mobile

In Japan gibt es drei große Social Plattformen.  Zwei davon sind nur für die  mobile Nutzung entwickelt. Die dritte für sowohl Desktop- als auch mobile Nutzung, wobei dort jedoch 70% der Zugriffe von mobilen Geräten erfolgt.
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Social Games

Ein Social Game kennzeichnet sich dadurch, dass es eben im Rahmen eines Social Networks gespielt wird, welches User-Interaktionen nicht nur ermöglicht, sondern auch belohnt. Die zusätzliche Interaktion erfreut auch die Social Plattform. Die Interaktionen spielen sich meist nicht live ab, sondern sind auch möglich, wenn der andere User im Moment gar nicht online ist. Beispiel: Das Schenken eines Items. Allgemein gesagt sind diese Games meist recht einfach vom Spielprinzip oder haben oft sogar nur dekorativen Wert (gestalte dein Aquarium, Bäckerei.. etc). Es geht nicht primär darum, ein komplexes Spiel mit aufwendiger Grafik zu Spielen, sondern die Soziale (belanglose?) Interaktion/Kommunikation steht im Vordergrund und macht den Reiz für den Spieler aus. Wie wir aus Soziologie und Psychologie wissen, ist der Inhalt der Sozialen Kommunkiation oft irrelevant. Wichtig ist, dass Kommuniziert wird. Dies scheint  hier wiederzuspiegeln, da die Games an sich oft recht sinnfrei sind. Es macht eben zusammen mehr Spass, Unsinn zu treiben, als alleine. Bzw. andersherum:
Social Games bieten zusätzliche Interaktionsmöglichkeiten auf Social Plattformen.

Arten von Social Games

Ein paar Grundtypen von SGs sind auszumachen, wobei gerade bei extrem verrückten japanischen Games die Grenzen oft verfließen:

  • RPGs (Rollenspiele)
  • Sportspiele (Fussballmanager, Tanzspiele… )
  • Dekorations-/Shopping-/Bau-spiele  (Farm, Garten, Planet, Aquarium, Laden… etc)
  • Kasino/Glücksspiel
  • Reine Spass-Spiele wie z.B. “Hirntrainer”

Interaktionen

Social Games basieren auf Interaktionen zwischen Spielern. Viele verschiedene Arten der Interaktion sind denkbar und existieren in Spielen;

  • Freundliche Interaktionen:  Schenken eines Gegenstandes, Einladen, Anwerben von Freunden
  • Nachrichten; persönliche oder Wall-Posts über Spiel-Ereignisse, Spiel-Fortschritt
  • Feindliche Interaktionen: Angreifen, Zerstören etc… (Beispiel: Jemandem einen Hai ins Aquarium setzen)

Diese Interaktionen finden wie erwähnt offline statt. D.h. der andere Spieler muss nicht gerade eingeloggt sein damit ich mit ihm interagieren kann. Dies ist entspricht dem Prinzip, dass man an einem Social Game eher ein- bis mehrmals am Tag für 5 Minuten spielt, statt am Stück 2 Stunden.  So reagiert man auf Ereignisse und Interaktionen anderer Spieler, z.B. wenn man durch eine Nachricht darauf aufmerksam gemacht wird und man gerade Zeit hat, sich kurz einzuloggen.

Technik

Die vorgestellten Games waren alle in Flash(Lite) entwickelt, warum mir auch dieses Thema am Herzen liegt und was es interessant für mich macht. FlashLite wird von vielen Handys unterstützt, “richtiges Flash” (was nicht unbedingt benötigt wird für einfache Spiele) wird ab Version 2.2 von Android unterstützt. Android Handys gibt es im Augenblick nur zwei in Deutschland, diese Zahl wird sich aber im Lauf des Jahres vervielfachen.

Monetarisierung

Wie in der Einleitung erwähnt, ist (auf jeden Fall in Japan) hier Goldgräberstimmung und es werden zweistellige Millionenumsätze gemacht. Im Prinzip haben Spieler der Games die Möglichkeit, mit kleinen Beträgen zusätzliche Gegenstände zu Kaufen. Diese sind entweder dekorativer Natur oder bringen bei einem Entsprechenden Spielprinzip Vorteile, bessere Fähigkeiten für Spieler. Nachdem in Japan eben die Social Networks überwiegend von mobilen Geräten bedient werden, ist hier eine Bezahlung via Handy extrem unkompliziert. Manche Plattformen bieten  eine eigene virtuelle Währung, soz. ein Konto, das man mittels Handy aufladen kann; in einem Game kann der User dann mit dieser spielübergreifenden Währung einkaufen.

Fazit

Auch wenn bei uns der Hype noch nicht komplett ausgebrochen ist, geht auf jeden Fall langsam immer mehr im mobilem Internet. Die nicht-ganz-so-technophilen-wie -die-Japaner Bürger der westlichen Welt fangen langsam an zu verstehen, dass das Internet viel mehr Sinn macht wenn man mobil ist. Dann machen auch soziale Spiele mehr (Un-)Sinn. Und weil Facebook ja nun echt jeder hat, kann man dort im Augenblick schon seine Spielideen testen.

Ave Satanas